Wägetechnik Teil 2: Bedienung

25 Januar 2016

Bei der Bedienung der Waage müssen folgende Punkte beachtet werden, um die hohe Präzision, die Mikro-, Semimikro-, Analysenwaagen bieten, zu gewährleisten.

Einschalten

Die Waage sollte immer eingeschaltet sein und nicht vom Stromnetz getrennt werden – nur so kann ein thermisches Gleichgewicht in der Waage erreicht werden. Wenn nötig, sollte die Waage per Anzeigetaste in den Standby Modus versetzt werden, so dass die Stromzufuhr weiterhin gewährleistet wird.

Nivellieren

Beim Ausrichten der Waage sollte geprüft werden, ob sich die Luftblase in der Mitte befindet. Gegebenenfalls müssen an den Stellschrauben Korrekturen vorgenommen werden.

Kalibrieren und Justieren

Die Empfindlichkeit der Waage sollte regelmäßig justiert werden. Besonders wichtig ist das Justieren bei der erstmaligen Inbetriebnahme der Waage, bei Standortwechseln, nach dem Nivellierungsvorgang oder nach Veränderungen in Temperatur, Luftfeuchte oder Luftdruck. Abweichungen vom Sollwert können mit einem Prüfgewicht festgestellt und entsprechend korrigiert werden.

Ablesen

Vor jeder Wägung sollte der Nullpunkt exakt eingestellt sein, um Wägefehler zu verhindern. Das Ergebnis darf erst nach der Stillstandkontrolle abgelesen werden, d.h. nachdem der kleine Kreis in der Waagenanzeige erloschen ist.

Waagschale

Das Wägegut sollte möglichst in die Mitte der Waagschale gesetzt werden, da verschiedene Platzierungen von Gewichten oder Wägegütern zu abweichenden Messergebnissen führen. Bei Mikro- und Semimikrowaagen ist darauf zu achten, nach einer längeren Pause von über 30 min die Waagschale vor erneutem Wägen einmal kurz zu belasten, um den sogenannten Erstwägeeffekt zu vermeiden.

Wägegefäß

Am besten geeignet sind Wägegefäße von der kleinstmöglichen Größe. Außerdem sind Mess- und Erlenmeyerkolben aufgrund ihrer kleineren Öffnung großen Bechergläsern vorzuziehen. Liegt die Luftfeuchtigkeit im Raum unter 30-40%, sollten keine Gefäße aus Kunststoff oder Glas verwendet werden, da diese anfälliger für elektrostatische Aufladung sind. Sowohl das Wägegefäß als auch das Wägegut sollten von der gleichen Temperatur wie die Umgebung sein, damit die Wägewerte nicht von Luftströmungen beeinflusst werden. Nach der Reinigung sollte das Wägegefäß abkühlen, bevor es in die Waage gestellt wird. Auch sollte vermieden werden, die Gefäße und die Wägeobjekte mit bloßen Händen zu berühren, um deren Temperatur nicht zu verändern. Stattdessen sollten Handschuhe oder antimagnetische Pinzetten verwendet werden. Sind die Wägegefäße zu warm, würde das Wägeergebnis zu leicht ausfallen, sind sie zu kalt, würde es zu schwer ausfallen.

Pflege der Waage

Der Wägeraum und die Waagschale sollten stets sauber gehalten werden. Auch die Wägegefäße sollten vor der Benutzung gereinigt sein. Zur Pflege reichen dabei handelsübliche Fensterputzmittel aus, allerdings sollte auf flusenfreie Lappen geachtet werden. Die Waagschale und andere bewegliche Teile sollten für der Reinigung gegebenenfalls herausgenommen werden.

Wägevorgang

Die Messgenauigkeit wird durch regelmäßig ablaufende Wägevorgänge garantiert. Dazu gehört zunächst, dass die Anzeige vor dem Wägen mittels der Tara-Taste auf Null gestellt wird, weiterhin sollte vor dem Ablesen des Wägeresultats der Windschutz geschlossen werden. Zuletzt sollten die Wägewerte nach Möglichkeit in immer gleichen Zeitabständen abgelesen werden.

Armin Krause - post author

Armin Krause ist Gründer und Geschäftsführer der GREIF Laborlösungen GmbH und betreut Kunden beim Thema Laboreinrichtungen.

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