Laborabzug

03 Januar 2016

Der Laborabzug entwickelte sich über die Jahre von Abzug-Essen über einfache abgesaugte Kisten hin zu strömungstechnisch optimierten High Tec Komponenten. Arbeitet man heute im Labor mit gefährlichen Gasen, Stäuben oder Dämpfen ist er wohl die Sicherheitseinrichtung Nummer eins. Aktuelle Laborabzüge müssen der DIN EN 14175 entsprechen.

Das grundsätzliche Funktionsprinzip des Laborabzugs ist einfach. Der Raum oberhalb der Arbeitsfläche ist von allen Seiten geschlossen und wird von der Abluftanlage abgesaugt. Die Zuluft strömt über Öffnungen an der Front nach. Dadurch bildet sich im Innenraum eine Luftwalze welche die Schadstoff verdünnt und mit in die Abluft trägt.

Im Detail unterscheiden sich Laborabzüge verschiedener Hersteller untereinander. Manche Hersteller schaffen es ihre Laborabzüge strömungstechnisch so weit zu optimieren, dass sie mit einem geringeren Volumenstrom auskommen als andere. Die Secuflow Laborabzüge der Firma Waldner benötigen z.B. dank Stützstrahltechnik und aerodynamisch optimiertem Design rund ein Drittel weniger als Standard Abzügen. Bedenkt man, dass ein großer Teil des Energiebedarfs eines Labors auf die Lüftung zurückzuführen ist, kann man erahnen welches Sparpotential hier liegen kann. Bei Laboren mit vielen Laborabzügen amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten meist in den ersten zwei Jahren. Werden nur wenige Laborabzüge betrieben hilft der reduzierte Volumenstrom leider nicht, weil der nötige Luftwechsel nach DIN 1946-7 dann z.B. über eine Deckenabsaugung gewährleistet werden müsste.

Folgende drei Aufgaben soll der Laborabzug übernehmen:

zurückhalten:

Laborabzüge sollen Dämpfe, Gase und Stäube daran hindern in den Laborraum zu gelangen, wo sie den Anwender gefährden könnten.

verdünnen:

der hohe Luftwechsel im Inneren des Laborabzugs verhindert eine gefährliche Konzentration der Stoffe. So soll z.B. verhindert werden, dass sich im Laborabzug eine explosionsfähige Atmosphäre bilden kann.

schützen:

Die Glasscheibe des Frontschiebers  schützt den  Anwender im Falle einer Explosion vor umherfliegenden Splittern oder Spritzern gefährlicher Stoffe.

Um diese Ziele zu erreichen müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, ohne die der Laborabzug nicht, oder nur bedingt funktioniert.

Da wäre zum einen die Lüftungsanlage an die der Laborabzug angeschlossen wird. Diese muss ausreichend dimensioniert sein. Kann sie nicht den vorgeschriebenen Volumenstrom und  Widerstand bewältigen, nutzt der beste  Laborabzug nichts. Bei der Lüftungsanlage muss auch beachtet werden, ob neben der Absaugung eine aktive Belüftung nötig ist, oder ob ausreichend Frischluft über Schlitze in Türen und Fenstern nachströmen kann. Wird das nicht beachtet erzeugt die Absaugung  im schlimmsten Fall einen so starken Unterdruck, dass sich die Türen des Raums nicht mehr öffnen lassen.

Ist der Laborabzug richtig installiert, wird er bei der Inbetriebnahme auf seine Funktion geprüft. Um die Funktion dauerhaft zu gewährleisten, muss der Laborabzug jährlich geprüft werden. Dabei werden neben der allgemeinen Sichtkontrolle alle mechanischen Teile einer Prüfung unterzogen, der Abluftvolumenstrom gemessen und ein Prüfprotokoll erstellt.

Außerdem sollte der Laborabzug natürlich nur seiner Bestimmung nach benutzt werden. Ein Laborabzug ist z.B. kein Lagerort für Gefahrstoffe – dazu gibt es spezielle Schränke.

Armin Krause - post author

Armin Krause ist Gründer und Geschäftsführer der GREIF Laborlösungen GmbH und betreut Kunden beim Thema Laboreinrichtungen.

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